Rauchen mit Genuss

Will man das Besondere an Zigarren beschreiben, bietet sich ein Vergleich mit Zigaretten an. Dabei stellt man fest: Zigarretten sind zwar Genußmittel, für manchen sogar Lifestyle-Attribut – die Zigarre aber ist Kult. Läßt sich die Zigarette auch in Streßsituationen rauchen, assoziiert man Zigarren mit entspanntem Genuß, Stil und Eleganz.

Cuba gilt als weltweit bester Zigarrenproduzent

Cuba gilt als weltweit bester Zigarrenproduzent

Als ehemaliger Sakralgegenstand indianischer Kulturen ist die “Reinheit” der Zigarre von hoher Bedeutung: Anders als die Zigarette enthält die Zigarre hochwertigen Tabak, der nicht in Papier, sondern in Tabakblätter gerollt ist. Auch die Zusatzstoffe entfallen. Purer Tabak, sonst nichts. Zudem werden gute Zigarren nicht maschinell, sondern per Hand ins Um- und Deckblatt gewickelt. Diese Sorgfalt in der Herstellung findet beim Konsumenten ihre Fortführung. Der lagert sie in einer speziellen Holzbox, einem Humidor, bei korrekten Temperaturen und Luftfeuchte, damit das Aroma weiter reift. Ebenso ist das Rauchen selbst für viele Zigarrenfans ein aufwendiges Ritual, das mit dem Entfernen des Kopfendes mittels Zigarrenzange beginnt. Weltweit genießt Kuba, dank seiner Cohiba, den Ruf als bester Zigarrenproduzent. Aber auch andere süd- und mittelamerikanische Länder wie Brasilien, Honduras oder asiatische Staaten (Burma, die Insel Sumatra) haben sich einen festen Platz auf dem Markt erobert. Auf großen Plantagen angebaut, werden die Tabakblätter nach der Ernte einem Gärungsprozess (Fermentierung) unterzogen, bei dem sich das Aroma ausbildet. Nach anschließender Sortierung entfernt man die dicksten Blattrippen, rollt die Blätter per Hand, und klebt sie am Mundstück zusammen. Nach längerer Lagerung sortiert man die Zigarren nach Farben und versieht sie mit der sogennanten “Bauchbinde”. Die ist sowohl Qualitätssiegel, Herkunftsnachweis und Echtheitszertifakt.

Natürlich ist Zigarre nicht gleich Zigarre: Unterschiede im Klima, der Plantagenerde und dem Saatgut der Herkunftsländer sorgen für aromatische Vielfalt, aber auch für qualitative Differenzen. Bei den Zigarren-Typen unterscheidet man zwischen Longfillern und Shortfillern. Longfiller werden aus ganzen Blättern hergestellt, während die Einlage von Shortfillern aus Blattschnipseln besteht. Beim Parejo ist der Durchmesser der Zigarre an jeder Stelle gleich, während sie beim Figurado differiert. Von exotischem Reiz sind die Fehlfarben-Zigarren: die hat man bei der Farbsortierung als inkompatibel entfernt und verkauft sie – angeblich preisgünstiger – als “Mängelexpemplare“.  Nicht weniger originell ist die ungerade, gebogene Zigarre, die als “krummer Hund” bezeichnet wird. Zigarillos sind durch geringere Länge und Durchmesser von der herkömmlichen Zigarre unterschieden. Außerdem gibt es Zigarren mit und ohne Filter, naturbelassen oder nachträglich aromatisiert. Auch in Bezug auf Gesundheit gilt die Zigarre gegenüber der Zigarette als privilegiert, als wesentlich weniger schadhaft. Dies wurde jedoch von medizinischen Studien ins Reich der Mythen verwiesen.

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